Wirtschaftsinformationen über Uganda


Wirtschaftsstruktur Ugandas

Die ugandische Gesellschaft ist von sozioökonomischen Unterschieden geprägt, welche insbesondere in der Diskrepanz zwischen dem relativ gut entwickelten südlichen Teil des Landes, mit der Hauptstadt Kampala einerseits, und den ländlichen und marginalisierten Gebieten des Nordens und Ostens auf der anderen Seite, deutlich werden. Es gibt nur neun Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern, wobei Kampala, mit ca. 2,5 Millionen Einwohnern, die einzige Großstadt ist. Das Bevölkerungswachstums von ca. 1 Mio. Menschen pro Jahr ist eines der stärksten weltweit.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Ugandas lag im Jahr 2012 bei 21 Mrd. US$. Uganda hat nach Burundi die am stärksten ländlich geprägte Wirtschaftsstruktur Afrikas. Somit ist der wichtigste Wirtschaftszweig Ugandas nach wie vor die Landwirtschaft, in der etwa 80% aller Beschäftigten tätig sind. Da es sich dabei zumeist um Subsistenzwirtschaft handelt, beträgt der Anteil des Agrarsektors am BIP verhältnismäßig geringe 23,7%. Der größte Anteil am BIP entfällt mit ca. 50% auf den Dienstleistungssektor, der von Groß- und Einzelhandel sowie Transport- und Telekommunikationsbranche dominiert wird. Etwa 25% des BIP werden im Industriesektor erwirtschaftet, dessen traditionell wichtigster Wirtschafszweig die Baubranche ist. Der Tourismus trägt 3,7% zum BIP bei. Eine wichtige Rolle spielen auch die Geldüberweisungen im Ausland beschäftigter Ugander (Kenia, Großbritannien). Die Korruption, die die gesamte Gesellschaft durchdringt, ist nach wie vor eines der größten Probleme der Wirtschaft.

Nach erfolgreichen Ölexplorationen in mehreren Regionen steht Uganda an der Schwelle zur eigenen Rohölförderung. Mittelfristig besteht die Hoffnung, dass dies Uganda in die Lage versetzen wird, aus den Öleinahmen den dringend benötigten Ausbau seiner Verkehrs- und Energieinfrastruktur zu finanzieren.

Wirtschaftliche Lage und Wirtschaftspolitik
Das Wirtschaftswachstum in Uganda lag über viele Jahre auf einem konstant hohen Niveau von 6 – 8%, was im regionalen Vergleich überdurchschnittlich ist. Der restriktive geldpolitische Kurs der Zentralbank, der aufgrund einer Dürre mit drastisch ansteigenden Lebensmittelpreisen Ende 2011 nötig war um die Inflation von 30% einzudämmen, trug wesentlich zu einem verlangsamten Wachstum von 3,4 % im Jahr 2012 bei. 2013 verringerte sich die Inflation jedoch wieder auf 5,9 % und das Wirtschaftswachstum stieg auf 5,7 %. Die seit 1986 vom „National Resistance Movement“ gestellte Regierung strebt vor allem nach makroökonomischer Stabilität, die Investitionen aus dem Privaten Sektor grundsätzlich fördert. Der IWF bestätigt Ugandas Fiskalpolitik als nachhaltig.

Der Haushalt im Jahr 2014 wird mit 15 Billionen ugandischen Schilling (UGX), ca. 4,2 Mrd. EUR, eine neue Rekordmarke erreichen. Dabei steht dem ugandischen Staat für 38 Mio. Einwohner etwa der gleiche Betrag zur Verfügung wie dem Saarland (ca. 3,9 Mrd. EUR) für weniger als eine Mio. Einwohner. Die Steuerquote lag lange Zeit mit etwa 13% des Bruttonationalprodukts – auch im regionalen Vergleich – sehr niedrig. Jedoch führte die Regierung zur Finanzierung des gestiegenen Haushaltsvolumens in den letzten Jahren vermehrt Steuern auf alltägliche Lebensmittel (u.a. auf Salz, Zucker und auf die Gebühren des mobilen Geldtransfers und Bildungsmaterialien) ein. Zudem wurden Mineralölsteuern eingeführt oder angehoben, was durch gestiegene Inflation vor allem die unteren und mittleren Bevölkerungsschichten belastet.

Bei einer aktuell moderaten Staatsverschuldung von derzeit etwa 33% versucht die Regierung einen substantiellen Anteil des Haushaltes über Kreditaufnahme auf dem lokalen Finanzmarkt zu finanzieren. Dabei ist die Abhängigkeit Ugandas von Entwicklungshilfezahlungen kontinuierlich gesunken. Für das Haushaltsjahr 2014/15 soll der geberfinanzierte Anteil des Haushalts bei rund einem Fünftel liegen, was den niedrigsten Stand der letzen Jahre markieren würde, wobei eine eigenständige Haushaltsfinanzierung wohl erst mit Einnahmen aus der Ölproduktion (frühestens 2018) Realität werden würde.

Die Fortführung der soliden Wirtschaftspolitik der letzten Jahre ist darauf angelegt, das Vertrauen der Wirtschaft zu erhalten und in einem krisengeschüttelten ostafrikanischen Umfeld Kontinuität zu signalisieren. Durch gezielte Investitionen in Infrastruktur sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das Investitionsklima verbessert werden. Deshalb wird der größte Teil des Budgets für die Verkehrsinfrastruktur und den Energiesektor verwendet. Die Ausgaben für Bildungseinrichtungen und das Gesundheitswesen sind im Vergleich - und vor allem auch in Anbetracht des rasanten Bevölkerungswachstums - vergleichsweise gering.

Entwicklungspolitische Geberländer
Die entwicklungspolitischen Bemühungen Ugandas werden von IWF, Weltbank und weiteren Gebern durch umfangreiche Neuzusagen honoriert, um das Land bei der Armutsbekämpfung zu unterstützen. Wesentliche weitere Geber sind die UN (United Nations Development Programme), die Europäische Union und die Afrikanische Entwicklungsbank sowie - bilateral - Deutschland, Großbritannien, Dänemark, USA, Schweden, Niederlande, Norwegen, Irland und Japan.

Armutsbekämpfung
Seit Anfang der 1990er Jahre hat Uganda, dank enger Abstimmung mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die makroökonomischen Ziele, eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage erzielt. Die absolute Armutsrate konnte erheblich reduziert werden, und sank von 56% (1992) auf rund 20% (2014). Damit scheint das erste Millenium Development Goal, den Anteil der Armen bis 2015 zu halbieren, für Uganda erreicht. Jedoch liegt die Armutsquote in vielen Regionen in Nord- und Ostuganda weiterhin deutlich über 50%, die Kluft zwischen arm und reich wächst.

Außenhandel

Uganda ist aktiv um eine Ausweitung seines Außenhandels und die Einwerbung ausländischer Investitionen bemüht. Im Mittelpunkt steht hierbei eine Verstärkung der Handelsbeziehungen in der ostafrikanischen Region. Als Binnenstaat ist Uganda für die Anbindung an den Weltmarkt auf sichere und funktionierende Verkehrswege zu Häfen an der Ostküste Afrikas (besonders Mombasa) angewiesen. Die Importe Ugandas beliefen sich im Jahr 2013 auf knapp 5,9 Mrd. US$. Demgegenüber stehen Exporte im Gesamtwert von 3,1 Mrd. US$. Bezüglich der ugandischen Handelsstruktur ist auf der Importseite eine deutliche Abhängigkeit von Mineralölerzeugnissen zu erkennen. Bei den Ausfuhrprodukten steht traditionell Kaffee (Robusta) an erster Stelle. Zum zweitwichtigsten Exportprodukt hat sich Fisch aus dem Viktoriasee entwickelt. Bedeutsam sind auch Tee, Baumwolle und Tabak; die Förderung neuer "nichttraditioneller" Exportprodukte wie Honig, Trockenfrüchte, Vanille und vor allem Schnittblumen trägt zur Diversifizierung bei. Obwohl Uganda weltweit größter Bananenproduzent ist, spielt dieses Produkt im Export keine Rolle.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Die wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland sind in einer Reihe von Abkommen und Protokollen geregelt (Handel, Investitionsschutz, Finanzielle und Technische Zusammenarbeit). Innerhalb der EU ist Deutschland größter Handelspartner mit einem Volumen von EUR 182 Mio. im Jahr 2012. Wichtigstes Importprodukt aus deutscher Sicht bleibt nach wie vor Kaffee, außerdem Tee, Fisch, Tabak und Kakao. Deutschland exportiert vor allem Maschinen, Fahrzeuge und chemische Erzeugnisse.